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Videospielsucht ist eine echte psychische Erkrankung

Was ist Videospielsucht?

Videospielsucht ist eine echte psychische Erkrankung, die Millionen von Menschen
auf der ganzen Welt betrifft.

Die Weltgesundheitsorganisation erkennt sie in ihrer Internationalen Klassifikation
der Krankheiten (ICD-11) als „ein Muster von anhaltendem oder wiederkehrendem
Spielverhalten, das online oder offline sein kann, manifestiert sich durch eine
beeinträchtigte Kontrolle über das Spiel, eine zunehmende Priorität, die dem Spiel
in dem Maße eingeräumt wird, in dem das Spiel Vorrang vor anderen Lebensinteressen
und täglichen Aktivitäten hat, und die Fortsetzung oder Eskalation des Spiels trotz
des Auftretens negativer Folgen“.

Obwohl Milliarden von Menschen Videospiele spielen, haben die meisten von ihnen
keine Sucht, und die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Zahl derer, die mit
einer Sucht kämpfen, auf 3-4%. Der Unterschied zwischen einem gesunden Spaßspiel-
Hobby und einer Sucht ist der negative Einfluss, den die Aktivität in deinem Leben
hat.

Typischerweise hat ein Süchtiger einen Schweregrad, der zu „erheblichen
Beeinträchtigungen in persönlichen, familiären, sozialen, schulischen, beruflichen
oder anderen wichtigen Funktionsbereichen“ führt, und das Muster des
Spielverhaltens ist „normalerweise über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten
erkennbar, damit eine Diagnose gestellt werden kann, obwohl die erforderliche Dauer
verkürzt werden kann, wenn alle diagnostischen Anforderungen erfüllt und die
Symptome schwerwiegend sind“.

Was verursacht die Abhängigkeit vom Videospiel?

Videospiele sind bewusst mit modernster Verhaltenspsychologie konzipiert, um dich
süchtig zu machen. Spiele sind immersive Erfahrungen, die Ihnen eine hohe Menge an
Dopamin liefern, und eine Überbeanspruchung dieser Stimulationsstufe kann
strukturelle Veränderungen in Ihrem Gehirn verursachen.

Ihr beginnt, in einer Welt zu leben, in der ihr eine sofortige Befriedigung
erwartet. Spiele sind so fesselnd, dass es einfach ist, stundenlang zu spielen,
ohne zu merken, dass eine Minute vergangen ist. Sie ermöglichen es dir, zu
entkommen und messbare Fortschritte zu sehen. Sie sind sozial und schaffen eine
Umgebung, in der Sie sich sicher und unter Kontrolle fühlen.

Spieleentwickler setzen auch manipulative Spieledesignfunktionen wie In-App-Käufe,
Mikrotransaktionen und Beuteboxen ein, die von einigen Regierungen für illegal
erklärt wurden – weil sie eine Form des Glücksspiels sind. Videospielsucht
existiert, weil Spieleunternehmen Milliarden-Dollar-Industrien sind und je mehr
Menschen sie an Spiele gebunden haben, desto mehr Geld verdienen sie.

Was sind die Zeichen der Videospielsucht?

Die American Psychiatric Association hat neun Warnzeichen identifiziert, auf die
man achten muss, wenn es um die Abhängigkeit von Videospielen geht. Obwohl diese
hilfreich sein können, um die Schwere der eigenen Situation besser zu verstehen,
ist es wichtig, immer den Rat eines Profis einzuholen.

Beschäftigung mit Videospielen. Der Einzelne denkt über frühere Spielaktivitäten
nach oder nimmt das nächste Spiel vorweg; das Spielen wird zur dominanten Aktivität
im täglichen Leben.

Auszahlungssymptome, wenn das Spielen weggenommen wird. Diese Symptome werden
typischerweise als Reizbarkeit, Angst, Langeweile, Verlangen oder Traurigkeit
beschrieben. Die Syntome sind der klassische Spielsuch sehr ähnlich weiss casinovergleich.eu.

Toleranz – die Notwendigkeit, immer mehr Zeit mit Videospielen zu verbringen. Dies
kann durch die Notwendigkeit motiviert sein, immer komplexere, zeitaufwändigere
oder schwierigere Ziele zu erreichen, um Zufriedenheit zu erreichen und/oder die Erfolglose Versuche,

die Teilnahme an Videospielen zu kontrollieren.

Angst vor dem Verpassen zu verringern.

Verlust der Interessen an früheren Hobbys und Unterhaltung durch und mit Ausnahme
von Videospielen.

Anhaltende übermäßige Nutzung von Spielen trotz Kenntnis psychosozialer Probleme.
Der Einzelne spielt trotz negativer Auswirkungen weiter.

Hat Familienmitglieder, Therapeuten oder andere über ihr Spiel getäuscht.

Nutzung von Videospielen zur Flucht oder Linderung einer negativen Stimmung (z.B.
Gefühle von Hilflosigkeit, Schuldgefühlen, Angst).

Hat eine bedeutende Beziehung, einen Job, eine Ausbildung oder eine
Karrieremöglichkeit aufgrund der Teilnahme an Videospielen gefährdet oder verloren.
Wenn Sie fünf (oder mehr) der folgenden Warnzeichen in einem Zeitraum von 12
Monaten treffen, können Sie eine Sucht haben und sollten sofort einen Fachmann
aufsuchen.

Auswirkungen der Videospielsucht

Videospielsucht ist eine zwanghafte psychische Störung, die schwere Schäden im
Leben verursachen kann. Es ist üblich, dass ein Videospielsüchtiger über 10 Stunden
am Tag mit Spielen verbringt, normalerweise bis weit in die Nacht, und viele leiden
unter Schlafmangel. Eingetaucht in ihre Erfahrung, sind die Spieler dafür bekannt,
dass sie eine schlechte Ernährung haben, die hauptsächlich aus Energy-Drinks voller
Koffein und Zucker besteht. Viele sind dehydriert und unterernährt.

In schwerwiegenderen Fällen berichten Spielsüchtige von Agoraphobie – einer Art
Angststörung, bei der sie befürchten, das Haus zu verlassen – und andere
identifizieren sich mit Hikikomori – einem Begriff, der in Japan als zurückgezogene
Jugendliche oder Erwachsene, die sich aus dem gesellschaftlichen Leben
zurückziehen, bekannt ist.

Spielsüchtige sind in der Regel launisch und gereizt, depressiv, körperlich
aggressiv und weigern sich aufgrund von Spielen, zur Schule oder zur Arbeit zu
gehen. Ein Spielsüchtiger zu sein bedeutet, funktionelle Beeinträchtigungen in
mehreren Lebensbereichen zu erleben, und die langfristigen Auswirkungen können
verheerend sein.

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Die Dosis macht das Gift – Das gilt selbstverständlich auch für Alkohol

Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren. Oder besser doch? Jedenfalls suggeriert der alte Trinkspruch, dass Alkohol zwar nicht ganz unschädlich sei, in kleinen Mengen der Gesundheit des Trinkers jedoch nichts anhaben könnte. Ist Alkohol wirklich so harmlos, auch in moderaten Mengen? Ein Arzt, der seine Patienten aus gesundheitlichen Gründen vor dem Genuss von Alkohol warnt, würde diesen Trinkspruch vermutlich nicht unterschreiben.

Weiß er doch, dass kleinere Mengen schnell zu größeren werden können und der Leitsatz des alten Paracelsius, dass die Dosis das Gift macht auch für Alkohol seine Berechtigung hat. Unterstützung erhalten zudem alle Kritiker von Alkohol durch eine umfangreiche Studie einer internationalen Forschergruppe, die aufzeigt, dass auch moderate Mengen Alkohol sich negativ auf die Lebenserwartung auswirken können.

Alkohol verkürzt die Lebenserwartung

Wieviel Alkohol verträgt der Mensch, ohne dabei gesundheitlich in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Um diese Frage zu beantworten, hat eine Forschergruppe die Daten von nahezu 600.000 Menschen, die regelmäßig in unterschiedlichen Mengen Alkohol tranken, hinsichtlich Lebenserwartung und Herz-Kreislauferkrankungen ausgewertet. Sie ermittelten, dass parallel mit zunehmendem Konsum von Alkohol auch das Risiko für koronare Herzerkrankungen außer Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzversagen, Bluthochdruck und Aorten-Aneurysma stieg. Messbar und statistisch signifikant wurde der Risikoanstieg bei Frauen und Männern gleichermaßen ab einem Alkoholkonsum von mehr als 100g Alkohol wöchentlich. Wer weniger trank, hatte keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung zu befürchten, wer viel mehr trank, musste mit einer Verkürzung der Lebenserwartung um 4-5 Jahre rechnen.

Selbst moderate Trinker mit einem wöchentlichen Alkoholkonsum von 200 bis 350g Alkohol können mit einer Verkürzung der Lebenserwartung von 1-2 Jahren rechnen. Was bedeuten diese Ergebnisse nun in gängige Getränke wie Bier und Wein übersetzt? Danach scheinen 5 Gläser Wein à 200ml oder Bier à 500ml pro Woche unbedenklich zu sein. Schon wenig mehr geht an die Gesundheit und kostet Lebensjahre. Bis zu 10 Gläser Wein oder Bier pro Woche, das sind keine 2 Gläser täglich, können das Leben statistisch um ein halbes Jahr verkürzen. Ob es das wert sei, kann jeder für sich selbst entscheiden und Genuss gegen Lebensmonate abwägen. In Kenntnis der Zahlen sollte jedenfalls keiner behaupten, dass der Genuss von Alkohol in moderaten Mengen gesund sei und sogar das Leben verlängern könnte. Das kann auch der beste und teuerste Rotwein nicht.

Quelle: Wood AM et al. Lancet. 2018 Apr 14;391(10129):1513-1523. doi: 10.1016/S0140-6736(18)30134-X.

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Weg mit der Zigarette – Auch wenn ein paar Kilo mehr auf der Waage drohen

Wer kennt als Raucher nicht das Problem mit den guten Vorsätzen. Sie sind schnell gefasst, aber auch fasst ebenso schnell wieder verdrängt und dem Alltagsstress geopfert. Hat man sich gerade noch vorgenommen doch endlich mehr für die Gesundheit zu tun, sich mehr zu bewegen, mit dem Rauchen aufzuhören, gesünder zu essen und überhaupt bewusster zu leben, ist man schon bald doch nicht mehr so überzeugt davon, dass die guten Vorsätze nun ausgerechnet jetzt umgesetzt werden müssten.

Sie werden verdrängt oder es werden Gründe vorgeschoben, weshalb das ein oder andere gar nicht umgesetzt werden kann oder zumindest nicht gleich umgesetzt werden sollte. Ganz oben auf der Liste steht die Angst vor deutlicher Gewichtszunahme, wenn mit dem Rauchen aufgehört werden würde.

Ja es stimmt, Ex-Raucher legen regelmäßig an Gewicht zu. Nein es stimmt nicht, dass dadurch die ganzen positiven Aspekte des häufig sehr mühevollen Rauchverzichtes zunichte gemacht werden würden. Das ist dem Ergebnis einer Langzeitstudie aus den USA zu entnehmen.

Ex-Raucher profitieren vom Nikotinverzicht immer

In ihrer Studie verfolgten die Wissenschaftler über 30 Jahre die gesundheitliche Entwicklung von etwa 170.000 Amerikanern. Bei Ex-Rauchern dokumentierten sie den Zeitpunkt des Rauchverzichts und die daran anschließende Gewichtsentwicklung. Die so gewonnenen Daten korrelierten sie anschließend mit verschiedenen Gesundheitsrisiken wir Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen und dem allgemeinen Sterberisiko. Zunächst stellten sie wenig überraschend fest, dass das Erkrankungsrisiko bei Ex-Rauchern ebenso wie bei Rauchern und Nichtrauchern sich mit stark zunehmendem Gewicht erhöhte.

Wer von den Ex-Rauchern mehr als 10kg zulegte, hatte in den ersten Jahren des Rauchverzichtes ein erhöhtes Risiko an Diabetes Typ II zu erkranken, das danach jedoch wieder zurückging. Betrug die Gewichtszunahme nicht mehr als 5kg, wurde kein erhöhtes Diabetes-Risiko ermittelt. Noch erfreulicher die Ergebnisse bezüglich Herz-Kreislauferkrankungen. Unabhängig vom Gewicht war das Risiko von Ex-Rauchern an Herzinfarkt und Co. zu sterben, immer geringer als bei Rauchern. Als Gesamtergebnis der Studie bleibt also festzuhalten, dass sich Rauchstopp immer lohnt und mit zusätzlichen Lebensjahren belohnt wird. Davon gibt es umso mehr, je geringer die Gewichtszunahme nach der letzten Zigarette ausfällt.

Quelle: Yang Hu et al. Smoking Cessation, Weight Change, Type 2 Diabetes, and Mortality. N Engl J Med 2018; 379:623-632 DOI: 10.1056/NEJMoa1803626

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Die Grippe-Saison steht vor der Tür – Wann ist der beste Zeitpunkt für die Impfung?

Die Tage werden kürzer und kälter. Selbst nach einem erneut überdurchschnittlich warmen Sommer wie in diesem Jahr, kommt irgendwann die kältere Jahreszeit und damit unweigerlich die Erkältungs- und Grippesaison. Erkältungen, häufig auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet und die echte Virus-Grippe, auch als Influenza bezeichnet, sind verschiedene Erkrankungen, die durch unterschiedliche virale Erreger verursacht werden. Die eher harmlosen Rhino-Viren sind für Erkältungen verantwortlich, während die echte Grippe durch Influenza-Viren verursacht wird, gegen die auch geimpft werden kann.

Die durch Influenza-Viren ausgelöste Grippe ist eine schwerwiegende Erkrankung, die bei Risikogruppen und älteren Menschen nicht selten mit dem Tod enden kann. So gibt es allein in Deutschland bei hoher Dunkelziffer in jeder Saison mehrere Hundert dokumentierte Grippetote. Das könnte mit einer Grippeimpfung verhindert werden, da nur diese einen Schutz vor dem Virus bietet. Die aktuellen Grippeimpfstoffe für die Saison 2019/20 stehen etwa ab Anfang Oktober zur Verfügung. Ab diesem Zeitpunkt kann auch geimpft werden.

Grippeimpfung bis Mitte November erledigen

Der optimale Zeitpunkt für eine Grippeimpfung ist abhängig vom ersten signifikanten Auftreten der Grippeviren und theoretisch von der Schutzdauer des Grippeimpfstoffes. Die Arbeitsgemeinschaft Influenza dokumentiert jedes Jahr das Auftreten von Atemwegsinfekten und Grippeviren. Danach war in den letzten Jahren kein signifikanter Anstieg vor der 50. Kalenderwoche, also Anfang bis Mitte Dezember zu verzeichnen. Um bis zu diesem Zeitpunkt optimalen Impfschutz zu erreichen, sollte die Grippeschutzimpfung also bis Mitte November erfolgt sein. Natürlich kann je nach individueller Situation und tatsächlichem Verlauf der Grippewelle auch eine spätere Impfung noch sinnvoll sein. Einmal geimpft hält die Schutzwirkung des Impfstoffes etwa 6-12 Monate an. Eine Impfung pro Saison ist also ausreichend.